Donnerstag, 7. August 2008

Fördeflüsterer - coming soon to an internet browser near you! [Spezial]

Wie Möwe aus der Asche.
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Mittwoch, 6. August 2008

6. Kieler Künstler Cup: Ritas Jungs triumphieren erstmals, kiel4kiel auf Platz 4 [Spezial]

Am vergangenen Samstag fand auf dem Prof.-Peters-Platz der mittlerweile 6. Kieler Künstler Cup statt - und erneut konnte sich ein neues Team in die Siegerliste eintragen: Ritas Jungs vom Greenfields triumphierten verdientermaßen durch einen 3:0-Finalsieg gegen das Viva, während das kiel4kiel-Team einen respektablen vierten Platz ergattern konnte.

Sonnenschein, 25 Grad Celsius und ein erfrischender Wind, der über den Professor-Peters-Platz wehte - das Wetter zeigte sich zum 6. Kieler Künstler Cup erneut von seiner sonst selten gezeigten Sommerseite. Während fünfzehn Teams - hauptsächlich aus der Kieler Kneipen-, Gastro- und Kulturszene - auf den Turnierbeginn warteten, kam das "Team Hempels" leider zu spät. Während die Kicker vom Straßenmagazin schmerzhaft lernen mussten, dass Nordmarksportfeld und Prof.-Peters-Platz zwei verschiedene Bolzplätze sind, konnten sich die Kieler HipHopper von Schall&Rauch über den freigewordenen Platz in Gruppe C freuen. Und damit konnte es auch um 15 Uhr pünklich losgehen.

Die kiel4kiel-Gruppe B
Das kick4kiel-Team, im vergangenen Jahr bereits im Viertelfinale gescheitert, hatte auch diesmal eine wahre "Hammergruppe" erwischt: Mit den "World Legs" (weltruf/exlex) und dem Viva waren die beiden Finalisten des Jahres 2005 die Gegner. Zum Auftakt warteten aber die ambitionierten "Unratten" (Unrat), die nach drei mageren Jahren im vierten Anlauf endlich die K.O.-Runde erreichen wollten, auf k4k.

Das Onlinemagazin indes startete zwar hochmotiviert, aber stark ersatzgeschwächt in seinen fünften Künstler Cup: Gleich fünf Stammspieler mussten ersetzt werden, ohne etatmäßigen Torhüter und ohne Auswechselspieler stürzte man sich ins Abenteuer. Mit Erfolg: Nach einem 1:0 über die Unratten und einem 2:0 über die World Legs war die Entscheidung ums Weiterkommen in Gruppe B schnell gefallen. Denn auch das Viva gewann seine beiden Partien und zog schon vor dem abschließenden "Endspiel" um den Gruppensieg zusammen mit kick4kiel ins Viertelfinale ein.

Dort warf das k4k-Team beim Stand von 1:1 in den letzten Minuten alles nach vorn - und wurde eiskalt ausgekontert. Nach der 1:2-Niederlage überwog dennoch der Stolz auf das bereits Erreichte sowie die Gewissheit, dass die Neuzugänge - Mittelfeldmotor Felix "feha" Haas, Torwarttitan Stefan "stewi" Wittorf sowie die KHTC-Leihgabe Andreas - voll eingeschlagen waren.

Die anderen Vorrundengruppen
Die Gruppe A wurde dominiert von der Uniligamannschaft der "Sportfreunde Schiller", die verlustpunktfrei das Viertelfinale erreichten. Während das "Flexwerk 8+3" chancenlos blieb, entbrannte ein spannender Zweikampf um den zweiten Viertelfinalplatz. Letztlich konnte sich "Fleisch & Wurst" aufgrund des besseren Torverhältnissen gegen den zweimaligen Vize-Champ Palenke durchsetzen - nach den "World Legs" war somit das zweite hochgehandelte Team bereits in der Vorrunde gescheitert.

In der Gruppe C gab es gleich zu Beginn einen echten Leckerbissen für die Fans: Gleich die Auftaktpartie bedeutete die Neuauflage des letztjährigen Finals zwischen den Blauen Bengeln und Ritas Jungs, die diesmal aber keinen Sieger fand. In die K.O.-Runde schafften es allerdings beide Favoriten durch jeweilige Siege über die chancenlosen Haus des Sports und die Last-Minute-Nachrücker Schall&Rauch.

Stark besetzt war auch die letzte Vorrundengruppe D, in der jedes Team bereits eine Niederlage einstecken musste. Den Gruppensieg sicherte sich mit 6 Zählern der Künstler-Cup-Sieger von 2006, das "BK Streitkamp" vor der Brasserie Madeira, die sich knapp gegen die Geburtstagskinder der Trauma und das Uniliga-Team der "Optimaten" durchsetzen konnte.

Die K.O.-Runde
Die nächste Hiobsbotschaft für die mittlerweile etwas müde wirkende kick4kiel-Truppe wartete direkt vor Anpfiff der Viertelfinalpartien: Die Spieldauer wurde auf 15 Minuten angehoben, bei Unentschieden würde eine fünfminütigen Verlängerung folgen. kiel4kiel nahm gegen die favorisierten Sportfreunde Schiller selbstverständlich die volle Zeit in Anspruch: Nachdem man früh und standesgemäß mit 0:1 ins Hintertreffen geriet, wuchsen die kick4kieler noch einmal über sich hinaus: Stürmerstar Sören sorgte aus spitzem Winkel für den umjubelten und mittlerweile nicht mehr unverdienten Ausgleich, die stabile Abwehr ließ keine Großchancen mehr zu. Im Neunmeterschießen parierte der hierfür extra in Tor gerückte Stürmer Alex "alko" Kock einen Schuss und sicherte damit den dritten Halbfinaleinzug für kiel4kiel nach 2005 und 2006.

Spannend ging es auch in den weiteren Viertelfinals zu: Die Blauen Bengel bestätigten dabei den auf dem Künstler Cup liegenden "Titelverteidiger-Fluch" und unterlagen dem BK Streitkamp. Ritas Jungs und das Viva wurden hingegen ihren Favoritenrollen gerecht und zogen ebenfalls in die Vorschlussrunde ein.

Die Entscheidungen
Im Halbfinale war dann aber wieder einmal Endstation für das wacker kämpfende kiel4kiel-Team: Beim 0:3 gegen Ritas Jungs musste man dem kleinen Spielerkader Tribut zollen und war so nach frühem Rückstand chancenlos gegen wie im Rausch spielende Greenfields-Mannen. Deutlich spannender verlief hingegen das zweite Semifinale. Quasi mit dem Schlusspfiff der Verlängerung, ja geradezu "türkisch", triumphierte das Viva über das BK Streitkamp und zog somit zum zweiten Mal nach 2005 ins Endspiel ein.

Während kiel4kiel im Neunmeterschießen um den Bronze-Rang mit 1:4 gegen das bisweilen arrogant auftretende Streitkamp unterlag, entwickelte sich ein ziemlich eintöniges Finale: Das Viva war den Ritas Jungs nicht gewachsen, die durch einen 3:0-Endspielsieg hochverdient ihren ersten Künstler-Cup-Titel einfahren konnten.

Das kick4kiel-Team aber war trotz der zwei Niederlagen am Ende zufrieden mit der gezeigten Leistung: "Dafür, dass wir alle durchspielen mussten, war es eine sehr überzeugende Leistung von uns", bilanzierte Mannschaftskapitän Sascha "kras" Krokowski. "Und ich weiß, dass ich das jedes Jahr sage, aber: Im nächsten Jahr greifen wir noch einmal richtig an! Wir werden bereit sein, um unser Halbfinal-Trauma endlich zu überwinden."

Dienstag, 22. Juli 2008

Die Tschirner und ich [Spezial]

Ich weiß nicht, ob ihr's mitbekommen habt: Am Samstag war die MTV Campus Invasion! Auch wenn mir das LineUp irgendwie nicht so recht zusagen konnte, wollte ich doch unbedingt mit dabei sein. Ich erwartete im Vorfeld ein großes VIP-Zelt mit der gesamten musikalischen A-Prominenz und dem Engel meiner Träume, dem ich endlich einen Heiratsantrag machen wollte: Nora Tschirner! Es kam anders.

Dabei hatte ich doch alles von Beginn an perfekt geplant. Ich hatte mir so schön ausgemalt, nach der Campus Invasion zusammen mit meiner Nora in einer Luxus-Limousine (natürlich samt Champagner und „Pretty Woman“ im DVD-Player) letztlich zu ihr ins Hotel Maritim kutschiert zu werden, um dort zu nächtigen. Deshalb hatte ich am Samstagmittag (a) meine eigene Wohnung nicht aufgeräumt und (b) die fixe Idee, mit dem Bus zum Sportforum runterzufahren statt mit dem Drahtesel – der wäre dann ja dort stehen geblieben und gerostet oder geklaut worden.

Doch an der Bushaltestelle meines Vertrauens gab es schon die ersten leichten Abweichungen meines perfekten Nora-Plans: Die vermaledeite 62 kam und kam nicht, obwohl diese hypermoderne GPS-Busanzeige minutenlang "sofort" als Abfahrtszeit andeutete. Nach schier endlosen zwölf Minuten bog eine pickepackevolle 62 dann doch endlich um die Ecke, hielt aber nicht an, sondern düste an meiner Haltestelle vorbei. Neben mir resignierte eine ältere Dame und klagte mir ihr Leid: „Ich stehe jetzt hier seit 70 Minuten, und es ist jetzt schon die dritte 62, die einfach so vorbeifährt.“ Da diese Mittsechzigerin offenbar keine Konkurrenz im Ringen um meine Nora darstellte, bekam ich ein kleines bisschen Mitleid mit ihr. Obwohl... das LineUp der Campus Invasion hätte ihr eh nicht so zugesagt.

Nach halbstündigem Spaziergang durch Nieselregen kam ich endlich beim Sportforum an, ließ mir meine Eintrittskarte entwerten und mich von Securitys betouchen. Aber letztlich war ich endlich drin im invasorischen Wunderland, rechtzeitig zu dieser komischen Asi-HipHop-Band, die lauter schlimme Wörter benutzte, die man sonst nur spätnachts in der Bergstraße zu hören bekommt. Keine Musik für mich, und erst recht keine Musik für La Tschirner, La Keinohrhasen, La Göttin – immerhin war sie ja Kindergärtnerin, als ich sie zuletzt gesehen hatte. Nora dürfte also im VIP-Zelt sein statt in der ersten Reihe, schlussfolgerte ich.

Deshalb fragte ich den netten Security-Mann, wo sich denn dieses Zelt mit der gesamten MTV-Prominenz befinden würde. „Ich muss doch mit dem Markus Kavka ein Bierchen zischen, ihm dann meinen neuen Freund Christian Ulmen vorstellen und anschließend mit der Tschirner... na du weißt schon!“ Der nette Security-Mann hatte für mein Anliegen zunächst gar kein Verständnis, es könne ja nicht jeder Hans-Wurst zum VIP-Zelt stolzieren. Als ich ihm aber das Zauberwort „kiel4kiel“ nannte, war er gleich viel kooperativer: „Mensch, sag das doch gleich! Ich habe zwar deine Leute heute noch nicht gesehen, aber ich führe dich natürlich gerne zur gesamten MTV-Prominenz.“

Am letzten Ende auf der hinteren Wiese des Sportforums sah ich es dann schon funkeln, dieses pompöse VIP-Zelt. Ich verabschiedete mich vom netten Security-Mann, nun würde ich schon alleine klarkommen. Leider stand ich dort vor verschlossenen Türen. Ich rüttelte am Türknauf, wie es selbst ein Michael J. Fox nicht besser könnte. Ich hustete und prustete. Endlich öffneten sich die Pforten, ich trat ein. Und tatsächlich: Ich war umgeben von der gesamten aktuellen MTV-Prominenz: Schnappi! Tweety! Crazy Frog! Zunächst war ich ein bisschen enttäuscht, aber als Schnuffel ankam und mich mit „Ich hab dich lieb“ begrüßte, war das Eis schnell gebrochen – zumal es Beck's in Massen gab!

Wir tanzten im VIP-Zelt ausgelassen bis in die frühen Morgenstunden zu funky Housetunes. Erst am Sonntag um 7 Uhr früh kam ich völlig betrunken zu Hause an und stolperte gleich im Flur über meinen Uni-Rucksack. Aua! Hätte ich doch bloß vorher aufgeräumt!

Dennoch: Campus Invasion in Kiel? Gerne, jederzeit wieder! Auch ohne Nora.

Sonntag, 13. Juli 2008

Scheiß Kiel - böses Kiel [Cappui]

Dabei sieht Kiel eigentlich ganz schön aus, wenn man es mit der richtigen Musik unterlegt...

Dienstag, 22. April 2008

Es gibt viel zu tun - schlafen wir aus! [Cappui]

Samstagabend. Es ist zwar Wochenende, aber die bekannte To-Do-Liste, die sich leider nicht selbst durchstreichen lassen will, wird trotzdem lang und länger. Nützt also nix: Mir bleibt letztlich nichts anderes übrig, als den Wecker auf 7.30 Uhr zu stellen - an einem Sonntag! Kann das gutgehen?

Natürlich nicht. Ich habe den Wecker nicht einmal vernommen – mittlerweile benutze ich ihn schon so lange, dass ich ihn wunderbar im Halbschlaf ausmachen kann. Wenn nicht sogar Vollschlaf. Ich kann mich auf jeden Fall gar nicht daran erinnern, ihn ausgemacht zu haben. Und so wache ich halt erst um kurz vor zwölf auf. Es wäre wohl doch die bessere Wahl gewesen, den Wecker auf neun Uhr oder halb zehn zu stellen – damit hätte ich vermutlich keinerlei Probleme gehabt.

Also nun endlich anfangen mit der Arbeit: Termine müssen getippt, Diplomarbeiten geschrieben und Handballspiele geguckt werden. Wie soll ich das nur alles heute noch schaffen, der Tag ist doch schon wieder halb um? Vielleicht sollte ich mich doch einmal nach einem neuen Wecker umsehen? Na egal... Der Tag ist eh im Eimer, also kann ich ruhig noch einmal nach den neuesten Weckertrends im Internet googlen. So ist es dann wie fast jeden Sonntag: Am Ende landet man doch wieder im bunten ThinkGeek-Universum und staunt über den neuesten Technologie-Quatsch: Fotorahmen für digitale Bilder, USB-Mikroskope, USB-Lavalampen, USB-Ventilatoren – mittlerweile kann man so ziemlich alles an seinen Rechner anschließen. Erst spät bemerke ich, dass es sich bei den USB-Schwangerschaftstests um einen Aprilscherz handelt und dass es schon etwas eigenartig wäre, dafür auf einen USB-Stick zu urinieren – erst recht als Mann.

Nach einer Dreiviertelstunde lande ich glücklicherweise endlich bei den "Alarm Clocks". Am besten gefällt mir ja der Propeller-Wecker, der so lange ein ohrenbetäubendes Sirenengeräusch macht, bis man den zur Weckzeit losgeflogenen Propeller wieder auf die Uhr setzt. Das verlinkte youTube-Video offenbart dann aber doch sofort die Schwachstelle: Der Propeller braucht rund drei Sekunden Zeit nach Beginn des wirklich nervigen Wecklärms, ehe er genug Schwung hat, um sich von dem Wecker zu lösen. Mit anderen Worten: Der Geweckte – also ich – wird nach wenigen Tagen instinktiv so nach dem Gerät greifen, dass der Propeller erst gar nicht durch die Wohnung fliegt. Dummes Ding.

Als nächstes fällt mein Blick auf ein Gerät namens "SnuzNLuz". Der Name sagt es eigentlich schon: Wer trotz des Weckers weiter vor sich hin schlummert, verliert – und zwar sein Geld! Der Wecker wählt sich – wenn man ihn denn erst einmal richtig programmiert hat – automatisch beim eigenen Online-Bankaccount ein und überweist jedes Mal, wenn man auf den beliebten "Snooze"-Knopf drückt, einen gewissen Betrag an eine wohltätige Organisation. Die Neureichen unter uns reiben sich jetzt vermutlich die Hände und freuen sich, dass sie auch noch eine gute Tat vollbringen – quasi im Schlaf, mit geschlossenen Augen. Ich allerdings kann diesen Wecker leider nicht in Betracht ziehen, denn wer eh knietief im Dispo steckt, kann ja gar nichts mehr verlieren. Außerdem kann ich mir die Anschaffung von "SnuzNLuz" gar nicht leisten.

Mittlerweile ist es 15.30 Uhr, das Spiel des THW beim FC Barcelona fängt in 75 Minuten an. Jetzt lohnt es sich auch nicht mehr, mit etwas anderem anzufangen. Diesen ganzen Kleinkram meiner To-Do-Liste kann ich auch noch nächsten Sonntag abarbeiten – sofern ich dann ausm Bett komme. Ansonsten muss ich halt mal nach neuen Weckern Ausschau halten...

Montag, 21. April 2008

Get Well Soon live @ Mandarin Kasino Hamburg (17.04.2008) [Musik]

Nach schier endlosen Verzögerungen erblickte das Debütalbum von KONSTANTIN GROPPERS Band GET WELL SOON namens "Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon." im Januar diesen Jahres endlich das Licht der Musikwelt. Ich war von diesem wundervollen Stück Indiefolk gleich wie verzaubert, gab dem Album sechs Sterne mit dem Versprechen, nach einem Live-Konzert vielleicht sogar nachträglich die Höchstpunktzahl aus dem Hut zu ziehen. Dementsprechend hibbelig bin ich auch schon auf der Fahrt nach Hamburg.

Im altehrwürdigen Mandarin Kasino, dem früheren Mojo-Club, findet das nördlichste Konzert der "Rest Now"-Tour statt, und wie schon auf den vorherigen Tourstops ist der Club mehr als nur gut gefüllt - er ist proppevoll! So schäbig das Ambiente auch von außen wirkt, so schön ist das Mandarin Kasino dafür von innen: Eine recht hohe Bühne mit insgesamt 360 orange/rot-farbenen Glühbirnen im Hintergrund scheinen genau das richtige Ambiente für den 25-jährigen Wahl-Berliner zu sein, denn genau so "abgehoben" wie sein heutiger Arbeitsplatz wirkt sein ambitioniertes Debüt.

Über den Support, den mittlerweile ebenfalls in Berlin lebenden Iren KEN BURKE, muss man nicht viele Worte verlieren. Seine kleinen Songs erinnern beizeiten an CHRIS CARABBA von DASHBOARD CONFESSIONAL nach dem einen oder anderen Bier zuviel, verfehlen aber gerade deshalb ihre Wirkung nicht: Zollen ihm die rund 500 Zuschauer zu Beginn noch keinerlei Aufmerksamkeit, sind sie nach vier bis fünf Liedern plötzlich ganz Ohr. Dass BURKE keine Beifallsstürme entgegenbrausen, liegt weniger an ihm denn an den sehr dünnen Plastikbechern, in denen das Mandarin Kasino die Getränke abfüllt und die sich zwecks Applaudieren einfach nirgends zwischen zwei Körperteile einklemmen lassen wollen. Doch der Ire merkt auch von alleine, dass er viele Sympathien an diesem Abend gewinnt und beendet sein Set auch noch mit seinem besten Song: 'Magical' widmet er dabei seiner im Sommer zu erwartenden Tochter. Irgendwie nett.

Doch so sehr KEN BURKE auch zu gefallen weiß, so weit bleibt er dennoch hinter GET WELL SOON zurück: Die siebenköpfige Band betritt zehn Minuten später zu einem äußerst seltsamen Intro die Bühne und beginnt dann auch gleich mit dem Präludium des Albums. Erst beinahe geflüstert, im Songverlauf dann immer fordender und energetischer singt Frontmann und Mastermind KONSTANTIN GROPPER den Albumtitel ins Mikrofon. Schnell wird einem klar: GET WELL SOON ist live eine ganz andere Hausnummer und weiß durchaus zu rocken. Die ambitionierte Instrumentierung des Albums mit Bläsern und Streichern wird aber dafür keinesfalls geopfert: Trompeter SEBASTIAN BENKLER ist bei jedem Song mit dabei, GROPPERS Schwester VERENA weiß auf der Geige zu überzeugen - zudem übernimmt sie auch alle weiblichen Gesangsparts und wird dabei teilweise von BENKLER gedoppelt. Natürlich läuft man gerade als noch junge Band damit Gefahr, dass am Ende außer einem Soundbrei nicht mehr viel übrig bleibt, doch das Septett schafft es tatsächlich von der ersten Minute an, die versammelte Hamburgschaft mit offenen Mündern dastehen zu lassen.

Neben fast allen Songs von "Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon." - unter anderem ein live deutlich zickigeres und beinahe dancefloor-geeignetes 'If This Hat Is Missing I Have Gone Hunting' - werden auch einige Songs von zuvor in Eigenregie produzierten und vertriebenen EPs dargeboten. Diese bekommen einen eigenen kleinen Zwischenblock während des Konzerts, was aufgrund des leichten stilistischen Bruchs auch durchaus angebracht ist - live merkt man noch viel eher, wie die Songs des Albums eine Einheit bilden.

Während man im Publikum gerade erst jetzt wahrnimmt, dass KONSTANTIN GROPPER wider Erwarten gar nicht so introvertiert, menschenscheu und "abgehoben" ist, wie man es ob des Albums denken könnte, ist auch schon eine Stunde des Konzerts um. Die Band beendet das Set mit der aktuellen Single 'Witches! Witches! Rest Now In The Fire', in der sie auch live den zweifachen Taktwechsel im Song problemlos vollziehen, sowie mit dem live auf elektronische Schnickschnacks verzichtenden 'Ticktack! Goes My Automatic Heart'. Das Ende des Liedes singt GROPPER mehrere Meter vom Mikrofon entfernt - was für eine Stimme für einen 25-Jährigen! In der Zugabe gibt es mit 'Your Teenage F.B.I.' - einem Stück "übers Erwachsenwerden und über Akte X" - gar noch einen brandneuen Song und mit ROXETTES 'It Must Have Been Love' eine skurrile, aber Gänsehaut erzeugende Coverversion.

Insgesamt ganz großes Kino, 95 Minuten lang. Nur den siebten Stern, den bekommt das Album nun nicht, denn wenn GET WELL SOON es so aufgenommen hätten, wie sie es live spielen, wäre es noch deutlich intensiver gewesen.

Donnerstag, 27. März 2008

Immergute Vorfreude [Musik]

Hachja...

Musik = Passion [Cappui]

Ja, ich studiere Mathe, und ja, ich studiere es schon viel zu lange. Das alles soll auch bald endlich ein gutes Ende nehmen. Dennoch - oder gerade weil es sich schon so lange hinzieht - brauche ich Ablenkung. Sachen, die mir Spaß machen, die mir irgendwas bedeuten, in denen ich aufgehen kann. Diese haben in den allerhäufigsten Fällen mit Musik zu tun.

So auch neulich, als ich über meinen THW-Mailaccount eine Mail von einem gewissen Willi aus Köln bekam. Dieser ist gleichzeitig Sänger der Indieband LINGBY (von der ich zugegebenermaßen zuvor noch nie gehört hatte!). Diese Band ist - zumindest auf dem ersten Blick - eine Band wie jede andere: Keine Homepage, denn eine schlecht designte myspace-Seite reicht heutzutage vollends. Ein paar Lieder sind natürlich online, zelebrieren dort unaufgeregten Indiepop - zumindest nach dem ersten oder zweiten Hördurchgang.

Wie auch immer: Dieser Willi fragte mich auf jeden Fall, ob ich für das Konzert der Band im Kieler Café Prinz Willy (ja wie passend!) eine Kieler Supportband wüsste. Allein schon, weil diese Mail auf so komischem Wege zu mir kam, dachte ich, ich könnte mich mit dem ganzen mal etwas näher beschäftigen. Ich hatte auch grad gute Laune. Also die Musik auf myspace angehört und diese als nett, aber wie gesagt unaufgeregt empfunden. Passende Kieler Bands fielen mir genau drei ein: STARING GIRL, FREAKY MILLER, WALHEIMAT. Drei tolle Bands, aber keine dieser drei hab ich bislang live sehen können. Ein Grund mehr, sich LINGBY anzunehmen. Und tada, es klappte: Steffen und Nils von STARING GIRL sagten zu und ich fühlte mich wichtiger, als ich in Wirklichkeit bin. In gewissem Maße war das Konzert nun auch mein Konzert, ich hatte meinen Teil dazu beigetragen. Also auch schön als Tagestipp hypen bei kiel4kiel.de - warum auch nicht, Chef hatte eh grad Urlaub.

In den Tagen vor diesem Konzert hatte ich dann auch Zeit, mich näher mit LINGBY zu befassen. Und was ich so alles über die Band erfuhr, war vielleicht etwas sehr von Naivität geprägt, aber definitiv ambitioniert und vor allem sympathisch. Bei einer Folge von "Undertube" traten sie in der Kölner U-Bahn auf. Für einen kleinen Independent-Film nahmen LINGBY ein paar Instrumentalsongs auf. Kiel war nur ein Zwischenstopp ihrer Tour, die die Band auch noch nach Schweden und Dänemark führen sollte - ein Tourhalt wurde auch im dänischen Lyngby gemacht. Neben dem Kasseler Songwriter Malte (SundayParlours) begleitete auch ein kleines Plüschpony die Band und versteckte sich auf den Tourfotos immer geschickt - wer das Pony auf allen Fotos finden konnte, gewann u.a. die Tour-EP. Diese CDs sind von der Band natürlich selbstgebrannt, die Pappschuber allesamt mit Liebe handbemalt und damit unikatös. Ihr Tourtagebuch veröffentlicht das Trio außerdem im Rote Raupe Fanzine im Internet. Wie gesagt: Naiv, aber unglaublich sympathisch! Und die Musik wächst mit jedem Hördurchgang.

Die Ernüchterung folgte aber auf dem Fuße: 13 zahlende Gäste hatten LINGBY - die Enttäuschung sah man dem Trio dann auch etwas an. Aber das Konzert war unheimlich toll. LINGBY muss man sich merken. Ich hoffe, dass sie es schaffen werden!

Ich hoffe auch, dass ich irgendwann Teil der gesamten Szene werde. Vielleicht eines Tages in Hamburg. Bis dahin unterstütze ich gerne jede kleine Band, die sich zu unterstützen lohnt - auch wenn es doch meistens in einer Ernüchterung mündet. Ja, das ist vielleicht naiv. Aber auch unglaublich sympathisch, oder nicht?

Reinhören in LINGBY unter www.myspace.com/lingby.

Mittwoch, 26. März 2008

[Grand Hotel van Cleef] mal wieder ganz viel text mit ganz wenig inhalt... [Musik]

Hallo Jungs, Mädels, Knurksel,

es wird mal wieder Zeit für ein Round-Up der neuesten Neuigkeiten aus vanCleef-Hausen. Der Zeitpunkt hierfür ist aber auch exzellent, denn es steht ja gleich eine ganze Menge an.

1. KETTCAR
Mittlerweile müsste es ganz Deutschland wissen, aber sicher ist sicher: Am 18. April erscheint endlich das dritte KETTCAR-Album "Sylt"! Es soll düsterere, nicht mehr so befindlichkeitsfixierte Texte geben, es soll rocken wie Hulle und sowieso und überhaupt. Sagen zumindest Leute, die das Album schon gehört haben, ich kann da ja nicht mitreden. Wohl aber, was die erste Single betrifft: Diese heißt "Graceland" und erscheint am kommenden Freitag (28.3.). Natürlich mit zwei B-Seiten, die es nicht auf "Sylt" geben wird. Anhören könnt ihr euch das ganze vermutlich fünfmal täglich auf eurem Lieblings-Radiosender, das Musikvideo zu "Graceland" findet ihr zudem auf www.myspace.com/kettcar. Und wehe, jetzt fühlt sich noch jemand dadurch an KORN erinnert...

Natürlich gibt's auch eine Tour zum Album, die KETTCAR allein eine Woche lang durch verschiedenste Hamburger Clubs führt. Krank ist das. KRANK! Aber man gönnt es ihnen ja. Danach geht's dann auch über Rostock bis nach Wien und halbwegs zurück bis Wiesbaden, größtenteils begleitet von den hervorragenden HERRENMAGAZIN und den labeleigenen OLA PODRIDA. Ich hoffe nur, die KETTCARIANER haben einen triftigen Grund, warum sie Kiel ausgespart haben auf der Tour...

2. TOMTE
Na holla! 2005 war KETTCAR-Jahr, 2006 war TOMTE-Jahr, 2007 war... öööh... LOCAS-Jahr. 2008 wird aber Super-GAU! Denn nicht nur KETTCAR, sondern auch TOMTE haben ein neues Album angekündigt. Zwei neue Songs präsentierte die Band bereits im Februar bei einem Benefiz-Gig im Hamburger Docks, und zumindest das zweite (das mit dem betrunken Lieder hören oder schreiben oder so...) hat mir sehr gefallen. Da ist die Freude groß, dass Thees scheinbar doch nicht nur Baby-Songs und Wiegenlieder schreibt und das Album dann in einer Limited Edition in einer vollgeschissenen Windel seiner Tochter anbietet. Wäre ja auch (a) unhygienisch, (b) gar nicht mal so limited und (c) eher was für DIE ÄRZTE. Haha... Wie auch immer: Das Album soll im Herbst wohl kommen, auf ausgewählten Sommerfestivals werden TOMTE sicherlich schon ein paar Kostproben neuer Songs geben, die dann wieder so Arbeitstitel wie "Herrschen" oder "RHCP" besitzen. Was'n Spaß!

3. OLLI SCHULZ & DER HUND MARIE
Bereits vor kurzem erschienen ist eine neue EP von OS&DHM. Diese heißt "Ausflug mit Razzia" und liefert uns vier Coverversionen von Klassikern der Hamburger Punkband RAZZIA. Dabei singt Olli zwei Songs, der Hund die anderen beiden. Erschienen ist das ganze (leider?) nur als Vinyl (Schallplatte, das was Mama und Papa früher hatten!) auf dem tollen Hamburger Indie-Label AUDIOLITH. Auf Tour ist der Olli übrigens auch gerade, allerdings ganz allein, ganz ohne Hund. In garantiert jeder unwichtigen Stadt außer Kiel - ganz sicher auch in eurer! Das Album soll dann auch irgendwann im Herbst erscheinen, übrigens. Bis dahin schonmal schön sparen üben!

4. HOME OF THE LAME
Auch von Felix Gebhard gibt es ein neues Album. "Sing What You Know" erschien bereits am 1. Februar, ist deutlich rockiger als die vorherigen Sachen und damit - wie alles in unserem Leben - Geschmackssache. Ich mag's. Toll auch das Video zu "Old Songs", besonders lustig auch die Fan-Arbeit zu "The Radio" - müsst ihr mal bei YouTube suchen. Großer Spaß!

5. SIR SIMON (BATTLE)
Simon Frontzek ist der neue fünfte Mann bei TOMTE, nachdem der gute Timo Bodenstein Anfang des Jahres ausgestiegen ist und seine Drumsticks an den Hund Marie weitergegeben hat. Simon Frontzek hat aber in erster Linie auch ein ganz ganz wunderbares Soloprojekt am Start, das auf den Namen SIR SIMON (früher SIR SIMON BATTLE) hört. Sein erstes Album heißt "Battle" und erscheint am 4. April via Strange Ways. Ein ganz tolles Werk, auch wenn es meiner Meinung nach ruhig noch ein bisschen pluckern könnte. Aber ich hab ja auch immer was zu meckern...

6. HYPEHYPEHYPE
Kommen wir jetzt wieder zu meiner Lieblingsrubrik: Musik, die Cappuccino hört und noch von anderen gehört werden sollte! Mein erster Tipp ist NIELS FREVERT, ehemals Frontmann der NATIONALGALERIE (also der Band, nech...), der bei Tapete Records gerade sein drittes Album "Du kannst mich an der Ecke rauslassen" veröffentlicht hat. Leider nur neun Lieder, aber besser neun unglaubliche, herzzerreißende, tolle Songs als fünfzehn normale. Da sind wir uns wohl einig! Sehr ruhige Musik allerdings, zum Tanzen nur bedingt geeignet. Beziehungsweise gar nicht.

Und mein zweiter Tipp: STERNBUSCHWEG. Die Berliner Band hat es nun, nach gefühlten 721 Milliarden Jahren, endlich geschafft, das erste Album zu veröffentlichen! Dieses hört auf den Namen "Mein Herz schlägt weiter jeden Tag" und ist toll-toll-TOLL! Also nein, es *wird* toll-toll-TOLL, denn es erscheint ja erst am kommenden Freitag. Wäre der Tag nicht eh schon wegen der KETTCAR-Single eingeherzt, hätte ich es für STERNBUSCHWEG gemacht. Vielleicht sogar noch größer und bunter. Und dann sind sie ab nächster Woche mit ihrem IndiePop auch in jeder unwichtigen Stadt Deutschlands auf Tour - ja sogar selbst in Kiel!

Sooooo... das war es dann auch schon wieder! Ich melde mich im Sommer wieder, behaltet bitte bis dahin euren guten Musikgeschmack!

Viele Grüße,
der Cappuccino aus Kiel

Wiedereröffnung [Cappui]

Heieiei... ich wollte doch so viel aus meinem Privatleben bloggen. Problem ist nur: Ich habe doch gar kein Privatleben...

Und jetzt kommt mir nicht mit Sätzen wie "Und wo bleiben die Fotos von Deinem Geburtstag?" - das wüsste ich nämlich auch gerne. Mir wurde noch nicht ein Foto geschickt, und irgendwann interessiert es ja auch keinen mehr. Selbst mich nicht.

Wie auch immer: Damit hier dennoch manchmal ein bisschen Content auftaucht, werde ich in Zukunft alle meine Texte hier veröffentlichen. Seien es Konzertberichte, Zwischenmenschliches (löl!) oder k4k-Kolumnen. Einige ausgewählte alte CD- und Konzertrezensionen meinerseits findet man auch auf www.indiemucke.de.

Und damit es jetzt gleich mal was zu lesen gibt, reiche ich den gestern verschickten Newsletter für die von mir geleitete last.fm-Gruppe "Grand Hotel van Cleef" nach.

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